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Stangerbad (Hydroelektrisches Bad)
das Stangerbad wird auch als hydroelektrisches Voll- oder Dreiviertelbad bezeichnet. Es wird als Wannenbad mit der gleichzeitigen Anwendung eines Gleichstromes in einer
speziellen Therapiewanne ausgeführt
- durch gerbstoffhaltige und andere arzneiliche Zusätze (Salze) entsteht eine bessere Leitfähigkeit des elektrischen Stromes
- 500-600 Liter Wasser in der Wanne
Je nach Schaltung kann eine Ganz- oder Teildurchströmung jedes Körperteils mit galvanischen oder faradischen Strom durchgeführt werden. Die Dosierung des verabreichten
Stromes erfolgt über einen Stromstärkeregler. Die jeweilige Schaltung richtet sich nach der ärztlichen Verordnung (Zahl der Anwendungen, Art des Bades und der Zusätze, Stromart,
Strömungsrichtung und -dauer, Stromstärke und Wassertemperatur).
Wichtig: Am Anfang langsam mit der Stromstärke einschleichen und am Ende langsam wieder ausschleichen. Erst wenn der Strom aus ist, den Patienten aussteigen lassen, da sonst
ein Stromschlag droht.
Wirkung des Wassers:
Wirkung des Stromes:
a) gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd b) schmerzlindernd c) tonusregulierend d) iontophoretische Wirkung
Stromstärke durchschnittlich 300-500 mA; Maximalwerte 1000-1200 mA Man rechnet, dass etwa nur ein Drittel der angezeigten Stromstärke durch den Körper fließt. Durch Zugabe
von Stangerbadzusätzen kann die Leitfähigkeit erhöht werden.
Wassertemperatur: 35-38° Celsius - teilweise auch 32-36° bei späterer Anwendung
Indikationen:
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- degenerative Veränderungen der Gelenke - Muskelrheumatismus
- Erkrankungen des Nervensystems
- Neuralgien (z. B. Ischias), Neuritiden - Reizungen von Nervengeflechten - Paresen (schlaffe Lähmungen)
- arterielle periphere Durchblutungsstörungen
- M. Sudeck, arteriosklerotische oder funktionelle Gefäßerkrankungen, Blausucht (Akrocyanose) - Obstipation atonisch (schlaffe
Form) - posttraumatische Zustände - Wechseljahrsbeschwerden
Kontraindikationen: fieberhafte Zustände, entzündliche Hauterkrankungen, Metallteile im Körper (Splitter)
Stromstärke akute Zustände: niedrige Dosis = sensibel unterschwellig bis sensibel schwellig (wenig Kribbeln bis spürbares Kribbelgefühl) chronische Zustände: höhere
Dosis = sensibel überschwellig (deutliches Kribbeln bis Toleranzgrenze) spastische Zustände: niedrigste Dosis = sensibel unterschwellig und nur absteigende Richtung periphere
schlaffe Lähmung: höchstverträgliche Dosis = Toleranzgrenze und nur aufsteigende Richtung
Badedauer bis zu 20 Minuten, Nachruhe erforderlich
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